Ergebnisse der SpielLeitplanung in der Bremer Neustadt: Mehr Temporäre Spielstraßen gewünscht!

Endlich konnten vergangenen Freitag, 29.11. 2019 die Ergebnisse der SpielLeitplanung durch die Sozialsenatorin Anja Stahmann der Öffentlichkeit präsentiert werden.

Stahmann gab dabei ein klares Votum für die Einrichtung mehr temporärer Spielstraßen in der Neustadt ab. „Als ich Kind war parkten in unserer Wohnstraße vielleicht 4 Autos – heute sind die Straßen voll“ berichtet die Sozialsenatorin aus eigener Erfahrung. Die Wünsche der Neustädter Kinder sind eindeutig: Viel weniger Autos und mehr Raum zum Radfahren, Rollern und Skaten wünschen sie sich neben vielen anderen Dingen. Die Kantstraße, die in den Sommermonaten bereits jeden Mittwoch Nachmittag zur Spielstraße wird bewerten die Kinder dagegen als positiv. Die Bereitschaft der Neustädter*innen, weitere temporäre Spielstraßen einzurichten scheint durchaus gegeben zu sein, denn die Kinder hoben in den Befragungen weitere Straßen hervor, in denen Anwohner*innen rücksichtvoll sind und ihnen das Spiel auf der Straße ermöglichen, z.B. in der Biebricher Straße, der Donaustraße, der Delmestraße, der Hermannstraße und der Wiesbadener Straße.

Mehr zur Abschlusspräsentation der SpielLeitplanung in der Neustadt: https://ezeitung.weser-kurier.de/titles/weserkurier/6372/publications/21682/articles/1043686/9/1

Die Dokumentation mit den gesammelten Ergebnisssen der SpielLeitplanung wird in Kürze auch auf unserer Homepage zu finden sein.

Packen wir’s an – es gibt viel zu tun!

„Spielen soll nicht nur auf Spielplätzen statt finden“

.. so die Aussage von Claudia Neumann vom Deutschen Kinderhilfswerk in einem interessanten Beitrag zur Verkehrs- und Städteplanung beim Deutschlandfunk:

https://www.deutschlandfunk.de/verkehrs-und-stadtplanung-kein-platz-fuer-kinder.862.de.html?dram%3Aarticle_id=458023&fbclid=IwAR1AWzC8_SW_K0nei91ufUOb4KkB2apReGNro7lXza9-BsC8QGTZ6GJ8vdc

Spannend auch das darin erwähnte Beispiel aus Barcelona, wo Spielplätze in Straßen integriert werden.

Hamburger Morgenpost: Plädoyer GEGEN neue Spielplätze

Ein mutiges Plädoyer

Darijana Hahn, Kulturwissenschaftlerin, die über den Kinderspielplatz als Spiegel der Gesellschaft promoviert hat, hält in der Hamburger Morgenpost ein mutiges Plädoyer: Im Grunde sind Spielplätze, egal wie schön gestaltet, eigentlich fürchterlich. Sie spiegeln etwas wieder, was in der heutigen Gesellschaft verloren gegangen ist: Das selbstbestimmte Spiel von Kindern, mit dem sie sich den öffentlichen Raum eigenständig, unbeaufsichtigt und kreativ aneignen. Dazu gehört auch die Straße direkt vor der eigenen Haustür!

Darijana Hahn fordert daher: Wir brauchen nicht noch mehr Spielplätze!

Das mutige Plädoyer, welches zum Diskutieren und Nachdenken anregt, findet ihr hier.